Instinktiv wissen wir es: Für uns selbst zu sorgen, ist unsere wichtigste Aufgabe. Dennoch hadern sehr viele Menschen damit, sich selbst besonders wichtig zu sein. Sie glauben, das sei egoistisch. Sie befürchten, andere mögen sie nicht mehr, wenn sie z. B. Grenzen setzen oder Nein sagen.

Warum Selbstfürsorge besonders in anstrengenden Zeiten notwendig ist, das erleben wir gerade alle. Krisen über Krisen, die Angst vor einem kalten und dunklen Winter und eine völlig unklare Zukunft.

Und genau deshalb ist jetzt der ideale Zeitpunkt, zu lernen, für sich selbst zu sorgen! Denn wer sich an veränderte Umstände leicht anpassen kann, stärkt Selbstvertrauen und Gesundheit. Und kommt besser durch jede Krise!

Wie es gehen kann, das erzählte ich in dieser kleinen Geschichte.

Rosina Geltinger hat zu einer Blogparade zum Thema Selbstfürsorge unter dem Hashtag #ByeByeHerbstblues aufgerufen. Ich steuere diesen Beitrag gerne zur Blogparade bei.

 

Herbstblues im August

 

Im Sommer fühlte ich mich ziemlich erschöpft. Ich hatte mir selbst enorm viel vorgenommen: 2 Websites umziehen, meinen E-Mail-Versender wechseln, mein Buch überarbeiten und all die Kleinigkeiten, die dabei anfallen, im Kopf zu behalten, um sie dann nach und nach umzusetzen.

 

Ich schrieb mir alles Mögliche auf, notierte sogar täglich, was ich für Körper, Geist und Seele getan hatte und fühlte mich dennoch abends völlig ausgelaugt!

 

Denn: Hatte ich mal nicht meditiert, Sport gemacht oder gesungen, hatte ich ein schlechtes Gewissen.

 

Irgendwann fühlte sich mein Kopf an, als ob er platzen wollte.

 

Mir war klar: Ich muss was ändern.

 

Denn Selbstfürsorge sieht ganz bestimmt anders aus.

 

Ich kramte aus einer Schublade den Prospekt „Atem holen“, den ich letztes Jahr bestellt hatte. Hier sind Klöster aufgelistet, in denen man kurze oder lange Auszeiten verbringen kann. Dies hatte ich schon länger vor, jetzt war die Zeit reif. Das spürte ich!

 

Ich suchte mir ein paar Klöster aus und kontaktierte sie. Von einem bekam ich eine positive Antwort und telefonierte sogar mit der Leiterin des Veranstaltungsbereichs.

 

Sie konnte mir zum gewünschten Zeitraum ein Zimmer mit Vollpension anbieten. Natürlich buchte ich und kaufte mir ein 9-Euro-Ticket für die Anreise. Wie praktisch.

 

Coaching inklusive

 

Irgendwie hatte ich übersehen, dass zur Auszeit auch ein tägliches Gespräch mit der Schwester gehörte.

 

Sie kam auf mich zu und machte einen Termin mit mir aus. Im Prinzip war das ein Coaching-Gespräch.

 

Da mein Anliegen ja eher das war, dass ich Ruhe suchte und weniger Input wollte, unterhielten wir uns über Wege, wie ich das erreichen kann.

 

Ich „beichtete“, dass ich es nicht immer schaffe, zu meditieren und auch das Singen, das „eigentlich“ seit einigen Jahren mein tägliches Ritual zum Entspannen ist, viel zu kurz kommt.

 

Sie fragte mich: „Wie und wann kommen Sie denn am besten zur Ruhe?“

 

Meine spontane Antwort war: „Wenn ich in der Natur bin und mich bewege.“

 

„Gut, dann tun Sie ab sofort genau das. Und wenn Sie dabei singen wollen, hält Sie niemand davon ab!“

 

Mein Herz hüpfte, denn ich fand das eine passable Idee. Und ich fing gleich damit an.

 

Schon vor dem Frühstück machte ich einen kurzen Spaziergang durch die Klosteranlage, durch das Dorf und an der Donau entlang, die vorbeifloss. Ich sang sogar, wenn niemand in der Nähe war!

 

Wie immer, lösten sich beim Gehen viele Gedankenknoten auf, Probleme verblassten und neue Ideen brachen durch!

 

Als ich danach am Frühstückstisch saß, fühlte ich mich jedes Mal frisch, erholt und voller Tatendrang.

 

Ich ging während des Tages noch öfters zu Fuß los und empfand es weder als Pflicht noch als Mühe. Es war einfach etwas, das sich gut anfühlte.

Da ich introvertiert bin, kann ich mit dem Gehen auch ideal meinen Akku aufladen, der sich schnell leert, wenn ich mit Menschen zusammen bin.

 

Das Prinzip: Exerzitien

 

Als ehemalige Schülerin einer katholischen Schule, die in einer erzkatholischen Gegend aufgewachsen ist, kenne ich den Begriff „Exerzitien“ natürlich. Ich hatte bis dato damit eine geistliche Auszeit verbunden, bei der viel gebetet wird.

 

Und tatsächlich: Exerzitien (von lateinisch exercere „üben“) sind geistliche Übungen, die zu einer intensiven Besinnung und Begegnung mit Gott führen sollen. Und zwar abseits des alltäglichen Lebens.

 

Die Ordensschwester erwähnte, dass sie und ihre Mitschwestern 1 bis 2 Mal pro Jahr „auf Exerzitien gehen“, quasi als Pflichtprogramm.

 

Was mich überraschte war, dass es ganz unterschiedliche Arten der Exerzitien gibt. Manche gehen wandern, andere machen Tanztherapie, wieder andere praktizieren eine Schweigewoche oder sie malen. Es ist allen selbst überlassen, wie und was sie üben.

Selbstfuersorge lernen Mann in der Haengematte

 

Meine Gesprächspartnerin erzählte mir zum Beispiel, dass sie bei ihrer letzten Auszeit am Starnberger See war und sich dort in eine Hängematte gelegt hat. Jeden Tag! Sie hat also das „Herumhängen“ geübt.

 

Ich war plötzlich sehr erleichtert und beschloss spontan, alle meine Listen und Termine, die ich im Kalender für Auszeiten stehen hatte, zu streichen.

 

Wenn Selbstfürsorge nämlich in Stress ausartet, kann sie nicht sinnvoll sein.

 

Gehen ist meditativ

 

Als ich wieder zu Hause war, begann ich, jeden Tag ein bis zwei ausgiebige Spaziergänge zu machen. Ich entdeckte den Schrittzähler auf meinem Handy und nutze ihn als Motivation – ohne mich davon abhängig zu machen.

 

An vielen Tagen gehe ich flotten oder auch gemächlichen Schrittes. Ich singe manchmal dazu. Und ich schaffe aktuell täglich über 7.500 Schritte. Das baue ich ganz geschmeidig in meinen Alltag ein.

 

Wichtig: Falls ich es mal nicht schaffe, bin ich mir nicht böse!

 

Mein Körper hat sich so an das Gehen gewöhnt, dass er mich regelrecht dazu zwingt, mich zu bewegen.

 

Ich merke seither, dass ich immer fitter werde, mein Körper sich sehr gesund anfühlt, und auch der Kopf ganz schnell Ruhe findet. Oft sogar leichter als bei einer Meditation.

 

Das gelingt natürlich nur, wenn ich alleine gehe. Spaziergänge, bei denen ich mich mit anderen Menschen unterhalte, haben nicht denselben erholsamen Effekt für mich.

 

So kannst du Selbstfürsorge lernen: Beginne mit einem kleinen Schritt!

 

Ob du, wie ich, die Bewegung in den Fokus stellst, oder lieber bei der Ernährung oder bei der Meditation beginnen möchtest, ist dir überlassen.

 

Es hilft in jedem Fall, dir deiner aktuellen Bedürfnisse bewusst zu werden und dich dann auf das zu konzentrieren, was dich unterstützt, die Bedürfnisse zu stillen.

 

  • Du musst nicht meditieren, nur weil es alle machen.

 

  • Du musst auch nicht morgens um 5 Uhr aufstehen, um dein Morgenritual zu schaffen.

 

  • Und du musst keine komplizierten Fitnessübungen machen, um dich zu bewegen.

 

Tu stattdessen das, was dir persönlich entspricht, und von dem du weißt, dass es dir guttut:

 

  • Koche dir gesundes Essen – auch wenn du alleine isst.

 

  • Mache einen Mittagsschlaf – wenn du dadurch neue Kräfte weckst.

 

  • Oder lege dich in die Hängematte – wenn du dadurch das Abschalten üben kannst.

 

Viel Vergnügen beim Selbstfürsorge lernen wünscht dir

 

deine Gabriele

 

PS: Ich habe mir vorgenommen, einmal im Jahr auf Exerzitien zu gehen. Was ich da genau übe, das wird sich zeigen. Bestimmt wird auch mal Pilgern dabei sein.

 

Selbsterkenntnis hilft dir, deine Selbstfürsorge zu aktivieren

Um dir darüber klar zu werden, welcher Mensch du tatsächlich bist, ist Selbsterkenntnis ein hilfreicher Prozess.

Mit dieser kleinen Brücke kannst du 7 einfache Schritte gehen, um dich selbst besser zu erkennen.

Danach wirst du dir deiner selbst bewusster sein und kannst dich ohne schlechtes Gewissen deiner Selbstfürsorge widmen.

Wir schwingen auf der #Schmetterlingsfrequenz.

Wer vollkommen bei sich selbst ankommen will, nimmt sich Schmetterlinge als Vorbild: Sie ent-falten sich und zeigen der Welt ihre Farben beim Fliegen.

Als Anlauf und Startbahn sind Brücken ideal. Denn sie verbinden dich sicher mit der #Schmetterlingsfrequenz. Dort gibt es keinen hinderlichen Ballast mehr. Nichts hält dich davon ab, ein erfülltes Leben zu führen.

Starte zur Schmetterlingsfrequenz

Über Gabriele Feile:

Gabriele ist angekommen auf der #Schmetterlingsfrequenz und erfüllt ihre Lebensaufgabe: Brücken bauen.

Sie ist sich sicher: Je mehr Menschen so sind, wie sie gedacht sind und tun, wofür sie gemacht sind, je ausgeglichener ist die Welt.

Gabriele fliegt voraus, blickt aus großer Distanz auf die Welt und kann scheinbare Gegensätze verbinden und Brücken zu unerreichbaren Orten bauen.

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